WEHREN LOHNT SICH!

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Lizenzausbildung "Kursleiter Frauen-Selbst-Sicherheit  " im JJVB in Rastatt

Die DJJV Lizenzausbildung "Kursleiter Frauen-selbst-sicherheit " des Ju-Jutsu Verbandes Baden fand unter der Leitung der Frauenbeauftragten Regina Rauser (2. Dan, Sportlehrerin und weiter Lizenzen) in Rastatt statt. Teilnehmer waren hauptsächlich Danträger (bis hin zum 8. Dan), die ihre Kenntnisse im Bereich der Prävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Frauen vertiefen oder auffrischen wollten.

Als Referenten wurde das Expertenteam Heiko Mitschke aus Sinsheim (6.Dan Ju Jutsu, JJ Lehrer, im Lehrteam JJVB) und Sascha Kühnel aus Köln (Dipl. Sportwissenschaftler, 3. Dan JJ, Trainer Breitensport Polizei, Lizenzierter Gewaltschutztrainer) eingeladen, um ihre praktische, dienstliche und methodisch-didaktische Erfahrung weiterzugeben.

Zwei komplette Wochenenden absolvierten die Ju Jutsuka im Rastatter JJKSV, um am Ende eine schriftliche und praktische Prüfung zu absolvieren. 

Die komplette Ausbildung konzentrierte sich inhaltlich auf die Schwerpunkte einen Frauen Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungskurs inhaltlich kompetent gestalten zu können. Was gehört hinein, was nicht. Zentrale Kernpunkte liegen in der der Prävention, der Selbstbehauptung und Selbstverteidigung. So wurde u.a. über das Erkennen von Vorkampfanzeichen gesprochen, über die unterschiedlichsten Arten von Gewalt und über die physiologischen Vorgänge in Hochstress-Situationen.

Was Stress genau in Gefahrensituationen in unserem Körper bewirkt erläuterte Sascha Kühnel im Detail. Ab einem Puls von 115 lässt die Feinmotorik nach. Das bedeutet, dass filigrane Hebeltechniken in einem solchen SV-Kurs ungeeignet sind. In der Praxis durften die Teilnehmer selbst entscheiden, welche Selbstverteidigungstechniken sinnvoll sind und deshalb geschult werden sollten. Nachdem die Techniken feststanden, durften die Befürworter der einzelnen Techniken diese an einem "Bad Guy" in einem Vollkörperschutzanzug testen. Hier gab es noch einmal Überraschungen, dass doch nicht jede Technik bei einem Gegner so gut funktioniert, wie im sportlichen Training an einem kooperierenden Partner. So wurden nach dem Praxistest wieder einige Techniken verworfen und es blieben wenige verwendbare Techniken übrig.

Das Motto, das den Kursleitern immer wieder vor Augen geführt wurde, war " Wehren lohnt sich!". Diese These wird auch durch die Polizeiliche Kriminalstatistik gestützt. Denn die meisten Vergewaltigungen werden dann abgebrochen, wenn das Opfer sich massiv wehrt! 

Im Teil 2 der Ausbildung referierte Heiko Mitschke und Sascha Kühnel u.a, wie man Frauen SV Kurse durchplant, organisiert und vermarktet und welche Besonderheiten in einem laufenden Kurs auftreten können. Es wurden Rollenspiele besprochen und vorgestellt. Rollenspiele sollten in keinem Selbstverteidigungskurs fehlen, da, um ein Punkt zu nennen, unterschiedliche Verhaltensmuster ohne tatsächliche Konsequenz ausprobiert werden können. Darüber hinaus wurden Täterprofile erstellt, die Opferrolle genauer analysiert und natürlich sprach man auch über die Vorkommnisse in Köln und Düsseldorf, die sich leider in vielen Köpfen eingebrannt haben.

Am Sonntag, 17.4., war dann Schluss mit „büffeln“ und „pauken“ und es ging ans Eingemachte. Prüfungsfragen musste jeder einzeln beantworten und im Team eine Lehrprobe abhalten. Die Themen waren unterschiedlich und so vielfältig wie das Thema „Frauen-SV“ selbst. Dabei zeigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dem Ausbildungsteam Regina Rauser, Sascha Kühnel und Heiko Mitschke, dass sie allesamt in der Lage sind, in Zukunft gute und effektive Kurse zur Frauen-Selbstverteidigung anzubieten.

Herzlichen Glückwunsch an alle neuen Kursleiter! 

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