3. Landeslehrgang Frauen im JJVB

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Frauen im Gi
3. Landeslehrgang Frauen im JJVB am 05.03.2016

Facebook ist immer wieder ein Wunderwerk der Kommunikation. Als ich auf der Facebook Seite des Ju-Jutsu Verband Baden e.V. gelesen habe, dass es diesen stiloffenen Lehrgang in meiner Nähe gibt, war ich Feuer und Flamme.
Wir trafen uns am Samstag, 05.03.2016, Dojo des Budo Club Sinsheim zum stiloffenen
3. Landeslehrgang Frauen im JJVB. Sportlerinnen unterschiedlichster Stilrichtungen trafen sich in den Räumen des Budo Clubs Sinsheim, um einen Nachmittag lang von den erfahrenen und kompetenten Ju-Jutsuka und MMA Sportlerinnen Regina Rauser sowie Judith Ruis lernen zu dürfen. 

 

Regina Rauser von der Kampfsportschulen Allerborn ist nicht nur staatlich geprüfte Sportlehrerin, sondern hat auch einige Trainer sowie Kursleiterscheine im Ju-Jutsu. Unsere zweite Referentin Judith Ruis vom Budokeller Bonlanden war bereits mehrfache intern. deutsche Meisterin im MMA sowie Grappling und sogar Europameisterin im MMA. Folgende spannende Themen standen auf der Tagesordnung:

Teil 1: Schlagtechnik: „die Gerade“, Grundtechnik, Deckungsarbeit, Meidbewegung, Distanzgefühl und Überbrückung
Teil 2: Single & Double Leg (Beingreifer), Würgetechniken: Rear Naked Choke; Guillotine Choke (Schränkwürgen v. hinten; Würgen aus dem Schwitzkasten v. vorne ) Grundtechnik, Technikmerkmale
Teil 3: Übertragbarkeit der Techniken auf die Frauen Selbstverteidigung

Das Thema Schlagtechnik „die Gerade“ wurde unter der Leitung von Regina Rauser gelungen umgesetzt. Regina stellte zu Beginn die Frage, was eigentlich eine „Gerade“ auszeichnet und was sie überhaupt so wertvoll macht? Wichtige Knackpunkte wurden erklärt sowie Vergleiche und Vorteile zu anderen Schlagtechniken gezogen.

Wir trainierten schon im Aufwärmtraining die Inhalte, so dass wir gleich die wichtigen Grundsätze zu beherrschen lernten. Die Gerade mit der Führhand kommt ohne Ausholen und Finten stören den Gegner. Wir lernten die Meidbewegung, den Einsatz des aufgesetzten Ballens am Hinterfuß und den Konter durch die Schlaghand. Erst jeder für sich und dann mit Partner. Lateral bewegen hieß unter anderem der Slogan „Immer in Bewegung bleiben, um somit dem Gegner so wenig wie möglich Trefferflächen zu bieten“. 

Beim Thema Würgetechniken führte uns Judith mit exemplarischen Beispielen durch die Techniken des Rear Naked Choke und Guillotine Choke. Beide Techniken sind im MMA sehr beliebt und führen meist, richtig angewandt, zur Aufgabe (Submission) des Gegners. Judith half uns mit den Besonderheiten der Techniken vertraut zu werden. Es bedarf keiner Kraft, sondern es kommt auf die Ausführung der Technik an, damit der Angriff abgewandt und sofort als Konter umgewandelt werden kann. Auch hier zogen wir Parallelen zu den Ju-Jutsu Techniken und stellten fest, egal ob Takedown,Talfallzug (Tani-otoshi), Rear Naked Choke, Guillotine oder Beingreifer – letztendlich ist alles Ju-Jutsu! Und es macht Spaß! Jedoch bringt es MMA auf dem Punkt und reduziert die Technikvielfalt auf die wenigen durch- bzw. umsetzbaren. Diese beiden Stilarten ergänzen sich somit optimal!

Nach einer kurzen Pause befassten wir uns noch mit der Übertragbarkeit der Techniken auf die Frauen-Selbstverteidigung. Ein spannendes Thema. Regina machte deutlich, dass eine reale Kampfsituation auf der Straße nichts mit Sport zu tun hat. Es gibt keine Regeln- es ist keine Technikpräsentation– warm, hell beleuchtend, mit Partnerwahl, Abschlagen, weichen Mattenboden und angesagten Angriffen. Sie legte uns Nahe, man solle sich nicht wissentlich und freiwillig in potentiell kritische Situationen begeben (Thema: Kölner Silvesternacht). Prävention, Augen auf heißt hier das Motto. Eigene Überlegungen anstellen: Wie komm ich sicher nach Hause? Muss ich unbedingt alleine gehen? Was kann ich im Vorfeld unternehmen, damit ich mich sicher fühle? Man sollte Situationen, die zu eskalieren drohen, nach Möglichkeit immer aus dem Weg gehen. Hier verwies sie auf die DJJV Frauenselbstverteidigungskurse, die Inhaltlich diese Themen speziell aufgreifen, die über präventive Strategien gegen Gewalt, rechtliche Rahmen der Notwehr und Nothilfe, sowie Selbstbehauptung und Selbstverteidigung informieren und auch ein trainieren.

Im praktischen Teil „erfühlten“ wir zum Schluss den Mobbingkreis und absolvierten einen Stresstest am Boden. Hier haben wir gespürt, wie schwer es ist, eine Technik unter Panik auszuführen. Judith zeigte uns, wie schwierig es letztendlich ist, seine Techniken am Boden unter fortwährendem und permanentem Schlagen des Gegners umzusetzen.

Ich bedanke mich bei den Referentinnen Regina Rauser und Judith Ruis für diesen wertvollen Nachmittag und wünsche gleichzeitig Judith Ruis für ihren bevorstehenden Wettkämpfe alles Gute.

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